Dinge, die man für sich selbst tut

Susanne Lay kennen viele Rennradfahrer vor allem von ihrer Sockenmarke. Aber neben FINGERSCROSSED beschäftigt sie sich außerdem viel mit ihrer Deko-Kunst, wie sie es selbst gern scherzhaft nennt, und ihrer Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie. Wir unterhielten uns an einem sonnigen Nachmittag in ihrem Loft auf einem alten Bauernhof in der Nähe von Traunstein.

InterviewSusanne Lay (FINGERSCROSSED)Juli 2020

Flasche #GTH BIDON BOSS LADY (fingerscrossed.design)

Sven: Ich war ja ein bisschen traurig, als ich neulich in deiner Instagram-Story gesehen habe, dass Bernie, euer Postbote, der auch die ganzen FINGERSCROSSED-Pakete abholt, gerade jetzt im Urlaub ist.

Susanne: (lacht) Bernie ist tatsächlich in Kroatien seit ein paar Tagen. Er hat mir auch schon ein Foto geschickt und hat geschrieben, „Bin gut angekommen. Gibt jetzt noch einen Schlummertrunk am Meer.“

Vielleicht hättet ihr Bernie manchmal untertiteln müssen.

Es gab auch die Anfrage, ob wir das bitte auf Englisch machen können. (lacht) Bernie versteht aber kein Wort Englisch. Aber er ist eine Institution.

Ihr hattet ihn auch mal als Sticker auf euren Paketen, oder?

Ja, hatten wir mal. Ich hatte aber das Logo leider nicht weggemacht und dachte mir, das kann ich so nicht lassen. Da war ja er in seinem normalen Post-Outfit drauf. Den Aufkleber haben wir aber nicht mehr, das war noch ein zusätzlicher Arbeitsschritt.

Wie viele Pakete verschickt ihr denn so?

Wir verschicken Montag, Mittwoch, Freitag – wenn mehr los ist, dann auch jeden Tag. Da kommt jemand, der das extra macht, aber der Maxi, unser Auszubildender, packelt jetzt morgens auch erst mal eine Stunde oder so. Ist unterschiedlich, kann ich jetzt gar nicht so sagen.

Wenn ich Freunden erzählt habe, dass ich zu euch komme, kam häufig die Frage hinter vorgehaltener Hand, wie viele Paar ihr wohl so verkauft.

(schmunzelt) Sagen wir so, wir verkaufen so viele, dass wir über die Runden kommen. Nee, so kann man das eigentlich auch nicht sagen. Es werden, Gott sei Dank, jedes Jahr immer mehr. Wir verdoppeln eigentlich momentan jedes Jahr unseren Umsatz. Wir haben auch kein Fremdkapital oder so und hatten wirklich ein organisches Wachstum. Wir haben mit hundert Paar angefangen und haben das Geld auch gleich wieder reinvestiert.

Ihr habt beide angefangen, als ihr noch in München gewohnt und eigentlich andere Jobs hattet, oder?

Ich hatte eine Festanstellung bei einer großen Werbemittelagentur, die viel für BMW und Mini gemacht hat – Merchandise, Notizbücher oder auch mal einen Rucksack oder so. Damals hatte mir Patrick (@lay_patrick, Susannes Partner und mittlerweile auch Ehemann) ein Rennrad zum Geburtstag geschenkt und ich kannte eine Produzentin, die Socken hergestellt hat – eben auch über den Job.

Socke #08_07 ALL THIS PAIN (fingerscrossed.design)

Das neue Rennrad, ein Standert, mit spezieller Rahmengeometrie für Susannes ein Meter sechzig.

Da hast du angefangen mit dem Rennradfahren? Wann war das?

Wann war das? 2015 oder so? Patrick hatte mir eben dieses Rennrad geschenkt und es gab aber keine coolen Socken dazu. Es war immer irgendwo ein fettes Logo drauf. Generell mag ich gerne schwarze Sachen, aber es gab keine Socke, die komplett schwarz war. Das war eigentlich so das Hauptding, warum ich angefangen habe, das war so aus einem Need heraus. Am Anfang hatte ich zwei Designs, eins mit „Miau“ und einer Katze drauf und eins mit „Hell yeah“.

(lacht) Das mit der Katze habe ich nie gesehen!

Das hat niemand gesehen, das habe ich auch nie veröffentlicht! (lacht) Ich find’s auch noch irgendwo.

#666 HELL YEAH 2.0 WHITE (fingerscrossed.design)

„Hell yeah“ war also das erste Paar. Doch nicht ganz schwarz.

Doch nicht ganz schwarz, stimmt, aber nur hinten drauf. Und links/rechts verteilt – das war eben mein Ding, links ist immer die Niete. Davon musste ich damals hundert Paar machen und hab mir vom Patrick das Geld dafür geliehen. Ich war damals schon bei Instagram, aber halt so privat, mit einem ganz normalen Account, und folgte damals schon Radfahrern. Das waren aber nicht so die Typischen, die viele Follower hatten, mehr Leute, die aus dem Design kommen oder aus der Fotografie, Film oder Architektur …

So wie du?

Genau. Denen folgte ich damals. Die waren auf der ganzen Welt verteilt, ich folgte nicht nur Deutschen, sondern auch aus Australien, den USA, Dänemark – überall verteilt. Und denen habe ich dann die Socken geschickt. Ich wollte aber keinen Profit machen, ich wollte wirklich nur meine Arbeit anderen zugänglich machen – nein nicht zugänglich machen …

Es verbreiten?

Verschenken! Ich wollte es verschenken.

Du hast von den hundert Paar kein einziges verkauft?

Ich habe keine verkauft. Die hab ich zum Teil auch an Freunde verschenkt, ich hab jetzt nicht alle verschickt. Vielleicht dreißig habe ich verschickt. Der Grundgedanke war, anderen Leute mit dem Produkt eine Freude zu machen. So hat das angefangen. Und dann ging die Nachfrage los. Dann hab ich mich bei so einem Webshop-Portal reingefuchst und hab eine kleine Mini-Website gebastelt. Patrick hat damals Vertrieb für J. Lindeberg gemacht, einem skandinavisches Modelabel, musste dann aber operiert werden und war lange in Reha, wo er viel Zeit hatte, und hat sich dann intensiver mit FINGERSCROSSED beschäftigt. Er hat dann gemerkt, dass es Potential hat – am Anfang fand er es nur ganz witzig.

 

Susannes und Patricks Loft-Wohnung in einem alten Bauernhof bei Traunstein schließt direkt an das Lager und die Büroräume von FINGERSCROSSED an.

 

Er hat es ein bisschen belächelt?

Ja, schon. FINGERSCROSSED hieß auch am Anfang nicht so, sondern einfach „Susanne Haller“ (ihr Mädchenname) – ich kann dir drüben noch das Label zeigen, wenn du willst. Das war mein Logo für meine Arbeiten und das hatte ich auf meinen Hangtags. Ausgedruckt auf A4, selbst gelocht und mit so einem Haushaltsgummi befestigt. Patrick meinte dann irgendwann, ohne irgendwie böse zu sein, wer kauft bitte eine Socke von Susanne Haller? Passt halt nicht zu einer Sport-Brand. Und ein paar Wochen davor hatte ich das Tattoo selbst gezeichnet und machen lassen (Susanne deutet auf das Tattoo, eine Hand mit gekreuzten Fingern, das sie auf dem Unterarm trägt) und hab’s halt FINGERSCROSSED genannt.

Ach das Tattoo gab es also schon vor dem Namen?

Das Tattoo hatte ich davor und hab mir gedacht, na gut, dann nehm ich das jetzt halt als Logo. Damit war dann die Bildmarke klar. Und wie hat man das in der Schule gelernt? Es gibt eine Bildmarke und es gibt eine Wortmarke, also hab ich’s FINGERSCROSSED genannt. Die Leute wollen natürlich immer eine total coole Story hören, wie sowas entstanden ist.

Aber das ist doch eine gute Story!

Ja, eigentlich schon. (lacht)

Und zu der Zeit wart ihr beide noch in München?

Ja, aber wir haben uns dann relativ früh Gedanken gemacht. Wir hatten ja alles bei uns lagern und aus rechtlichen Gründen war uns klar, dass wir schnell was brauchen, wo wir das professioneller machen können. Wir wollten das dann auch einfach trennen, ich hatte keinen Bock mehr auf Schwerlastenregale in meinem Wohnzimmer. Die sind zwar ganz schick, dieser Industrielook ist ja ganz geil, aber nee, ging nicht mehr, das war zu groß. Und Patrick und ich sind ja beide in Traunstein geboren und uns war klar, dass wir irgendwann wieder zurückgehen würden, deshalb habe ich dann bei eBay-Kleinanzeigen nach einer Immobilie hier in der Gegend gesucht. Und das hier ergänzt sich eben super mit Wohnung und Lager.

Wie lang seit ihr jetzt schon hier?

Zweieinhalb Jahre.

Und wann hast du mit der Marke angefangen?

Patrick war schon früh dabei, also kann man ruhig wir sagen. Ohne ihn hätte ich ja auch gar nicht die allerersten hundert Paar kaufen können. Das Gewerbe angemeldet habe ich im Juni 2016. Also Hälfte, Hälfte.

Das Tattoo, das FINGERSCROSSED seinen Namen gab.

Überall in den Büros und auch im Loft verstreut findet man Susannes eigene Werke.

Und reicht euch der Platz hier denn noch? Momentan sieht es ja recht gut gefüllt aus.

Ja, es ist alles voll. Aber gerade haben wir auch Kollektionswechsel. Und die Überlegung ist schon, dass wir das Lager und den Versand outsourcen. Trotzdem finde ich es schon schön, dass wir immer noch ein paar Sachen bei uns haben. Es kommen auch viele Leute vorbei und besuchen uns und wollen gern mal den Ablauf sehen. Ich find das auch toll, dass es die Leute interessiert und sie das ein bisschen wertschätzen.

Heute Vormittag hattet ihr ja noch Nadine Berneis, die Miss Germany 2019, zu Besuch.

Ja, sie ist eine gute Kundin, schon seit ewig lange, und die war gerade auf Urlaub und wollte noch kurz vorbeischauen. Dann waren wir noch frühstücken und kurz quatschen. Hat mich auch interessiert, wie sie so dazu gekommen ist. Sie ist Polizistin. Ich hab noch eine Bekannte, die arbeitet auch bei der Polizei und es ist echt witzig: beide sind total hübsch, beide kommen aus der Stuttgart-Ecke, beide arbeiten beim LKA, kennen sich auch und fahren beide Rad.

#GTH BIDON OFFLINE (fingerscrossed.design)

Kleine Welt.

Sie meinte aber auch, dass sie jetzt ganz viele Nachrichten von Frauen bekommt, die jetzt anfangen Rad zu fahren. Du hattest ja vorhin mal Instagram angesprochen und das ist schon schön, wenn man Leute zu was Positivem bewegen kann. Vorbild klingt so blöd, aber ja, jeder hat doch irgendwie Leute, bei denen man sich irgendwie so a bisserl was rauszieht, ob das jetzt Kunst oder Mode oder Meditation ist.

Das mit der Kunst ist ja auch ein ziemlich großes Thema für dich. Hier in der Wohnung und den Büros hängt ja eine ganze Menge von dir selbst.

Das klingt so abgedroschen, wenn man Kunst als sein Ventil bezeichnet, das klingt wirklich blöd, aber es ist schon ein bisschen so. Es gibt dann so Tage, wo ich rüber geh und die Tür zu mach, Musik hör oder vielleicht auch eine rauch und ein Glas Wein oder Bier trinke und mich dann hinsetze und was mache, weil ich mich wie getrieben fühle. Ich mach das dann auch exzessiv ein, zwei, drei Stunden und dann kommt was dabei raus oder es kommt auch nix raus. Die letzten Male hab ich auch Dinge einfach weggeschmissen, die ich gestern zum Wertstoffhof gefahren habe, weil einfach nix kommt. Und gerade mit Text mach ich super gerne.

Es scheint, als würdest du das rein für dich machen. Ich kann das nachvollziehen, mir geht es mir der Kunst ganz ähnlich wie dir. Aber ich fühle dann immer ein bisschen diesen Zwiespalt zwischen, ich mach das nur für mich, weil ich fast keine andere Wahl habe, und auf der anderen Seite, wenn es schon da ist, ist es irgendwie …

Zu schade, es zu verstecken?

 

Lorenz, Susannes und Patricks Boxer, steht gern im Rampenlicht.

Genau. Man muss seine eigenen Sachen ja auch nicht mal für brillant halten, aber es ist halt eine Sichtweise der Welt. Und heutzutage kann man die ja sehr einfach zugänglich machen.

Ich hab mich auch mal mit einem recht bekannten Typographen unterhalten, das ist der Hubert Jocham, ein ganz guter Freund von mir und wir haben uns auch lange darüber unterhalten, was mache ich jetzt eigentlich mit dieser, wie du es nennst, Kunst? Ist ja auch immer eine bisschen schwierig. Gerade so geschriebene Sachen, nicht böse, aber ich sehe das eher so a bisserl als Deko-Kunst. Nicht etwas, das unbedingt lange Bestand hat, sondern eher sowas wie Pop-Up-Kunst. Das ist was für den Moment, aber ich würd’s eher Deko-Kunst nennen. Bei meinen eigenen Sachen darf ich das ja sagen. Ich häng mir das dahin und dann mache ich was Neues und dann tausche ich’s aus. Dann finde ich das aber auch nicht schade, dass es nicht mehr da ist. Eher schnelllebige Deko-Kunst. (lacht)

Ich mag ja auch gern, wenn die Sachen integriert sind und man damit lebt. Wie auch die Sachen vom Mixen, von denen du ja auch ein paar hier hast.

Der Mixen (der auch schon im Interview war) macht ja auch viel mit Text. Wenn ich jetzt sowas geschrieben habe wie „Surprise yourself“ oder „You are beautiful“, dann kann jeder was damit anfangen, auch wenn das gar nicht gewollt war. Die meisten Sachen kommen halt von mir, weil ich sie aufschreiben will und ich bediene mich jetzt nicht an Sprichwörtern, wie der Mixen, was ich auch super cool finde. Und das spricht halt viele an, weil jeder seine eigene Geschichte rein projizieren kann. Das You are beautiful hat zum Beispiel jemand aus Österreich gekauft, die hat sich das ins Bad gehängt anstatt eines Spiegels. Ich freu mich im Endeffekt auch mega, wenn ich dann Fotos bekomme, wo es jetzt hängt und seinen Platz findet. Aber es ist nie gewollt, dass ich Profit damit mache.

Aber du verkaufst also auch Sachen?

Wenn die Nachfrage da ist. Ich stell die Sachen bei Instagram rein, aber nicht wirklich zum Verkauf. Sonst stell ich nicht wirklich aus. Ah doch, in einem kleinen Laden in Traunstein, weil die mich gefragt haben. Die machen viel Einrichtungssachen und die brauchen halt Deko-Kunst quasi! (lacht) Denen hab ich ganz viel gegeben, ich hab gar nicht mehr so viel hier jetzt. Das hol ich dann auch wieder ab oder sie verkaufen auch was. Aber in erster Linie mach ich das so für mich. Und wenn’s dann jemand auf Instagram sieht und mich fragt, verkauf ich’s manchmal. Ich verkauf aber auch nicht alles.

Wenn du die Sachen hier eh wieder ersetzt, kannst du sie ja genau so gut auch verkaufen.

Ja schon, aber ich mach’s ja nicht für jemand anders und tu mir dann schwer, es abzugeben. Irgendwie häng ich dann auch dran, weil es ja von mir kommt und nicht für den Verkauf gemacht war. Vielleicht auch ein bisschen komisch.

Ich glaube, man kann nicht so qualifizieren, wie man den Sachen gegenüber empfindet. Manche Leute trennen sich auch sonst leichter von Dingen als andere.

Stimmt, wahrscheinlich bin ich ein Deko-Kunst-Messie.

Susanne arbeitet parallel zu FINGERSCROSSED auch noch an ihrem Heilpraktiker für Psychotherapie.

Wenn ich mir die Wohnung hier anschaue, würde ich dich sicher nicht als Messie bezeichnen.

(lacht) Du weißt schon, wie ich’s meine. Ich wollte auch lange Kunst studieren, aber ich hab kein Abi, das war schon mal die erste Hürde. Klar, du kannst auch als Ausnahmetalent da ohne studieren, ich hab mich aber nie so gesehen. Aber eigentlich ist mein Traum in einem Atelier zu sitzen, Wein zu trinken und eine Zigarette zu rauchen – ist gruslig, ge? Und genau das mach ich jetzt ja eigentlich auch, nur mit einem zivilisierten Job. Und wenn ich dann diese Phasen hab, dann geh ich und mach das so. So hab ich beides in einem.

Und du hast was, was dich ein bisschen in der Realität hält. Ich glaube, es ist sonst sehr einfach abzudriften.

Ich würde auch abdriften, definitiv, denn wenn ich was mache, mache ich es exzessiv.

Und du machst ja auch gerade wieder was ganz Neues, habe ich gesehen?

Genau, ich mache meinen Heilpraktiker für Psychotherapie. Man nennt das auch den kleinen Heilpraktiker. Du hast zwar eine amtsärztliche Prüfung, aber ich kann jetzt keine Sachen machen wie Akupunktur, was ein normaler Heilpraktiker machen darf – aber das will ich auch gar nicht. Du hast halt die Möglichkeit, dass du zum Beispiel Coaching machst, also Gesprächstherapie mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern. Egal ob Depression, Manie, Schizophrenie – du kannst mit jedem eine Gesprächstherapie machen. Da weiß ich noch nicht genau, ob es in die Sportrichtung geht, dass ich einzelne Sportler begleite, oder vielleicht auch eine kleine Praxis aufmache. Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht so genau.

Wie weit bist du denn in der Ausbildung?

Ein halbes Jahr geht es noch etwa. Ich lern jetzt gerade die ganze Theorie. Es gibt dann verschiedene Methoden damit zu arbeiten.

Meinst du, du kannst das dann parallel zu FINGERSCROSSED machen, oder muss man sich dann Sorgen machen, dass es darunter leidet? (lacht)

Nee, das wird auf keinen Fall darunter leiden. Patrick hat da auch schon ein bisserl so Angst, aber das glaube ich nicht. Wie gesagt, ich hab noch keine Ahnung, was ich dann damit mache. Man muss ja auch nicht immer mit allem was machen. Man muss ja nicht immer aus allem Profit machen. Ich mach das in erster Linie auch für mich selbst.

 

Mit den tibetischen Gebetsfahnen im Garten startete Susanne einen kleinen Trend in ihrer Nachbarschaft.

Ich bin ein Riesenfan davon, Sachen nicht nur fürs Geld zu machen. Dieses ganze Interviewprojekt kostet mich bisher nur Zeit und Geld.

Geil! Du bekommst dann gleich noch ein paar Socken geschenkt! (lacht)

Ich bin zwar nicht zum Absahnen gekommen, aber dann muss ich definitiv auch welche für meine Freundin mitbringen, sonst wird sie sauer. Die ist nämlich auch ein großer Fan von euch.

Das kriegen wir auch hin! Aber irgendwie tragen wir ja auch sogar mit FINGERSCROSSED zu diesem bewussten Leben bei, wir bringen die Leute raus. Einmal hab ich eine E-Mail bekommen, wo uns jemand schrieb, dass er jetzt viel mehr Rad fährt, um die Socken auszuführen – da hab ich fast geheult, das ist toll. Und mit dieser Heilpraktikerausbildung – ja, man merkt, dass die Leute bewusster werden, sich mehr Gedanken um ihr Wohlbefinden und ihre Umgebung machen und einfach bewusster leben beziehungsweise leben wollen.

Wir haben ja eigentlich noch gar nicht über das offensichtliche Thema in deinem Leben gesprochen, das Radfahren. Ihr habt ja eine Menge Radl hier bei euch stehen, unter anderem auch ein neues Standert, dass du noch gar nicht so lange hast, oder?

Stimmt, das hab ich jetzt seit, puh, zwei Monaten?

Und wie viele Kilometer hat es schon gesehen?

Das kann ich ja eigentlich auf Strava nachschauen. Wart mal, hmm, 2.000 sind’s. Ich fahr mit dem Rad jetzt auch viel mehr als mit meinen alten. Es hat eine spezielle Geometrie für kleine Menschen. Standert hat es zusammen mit Bastian Marks entwickelt, der ist Physio und macht Bikefitting in Köln. Deshalb hab ich auch dieses Rad, weil es eben für kleine Menschen ist. (Susanne grinst)

Fahrt ihr auch Gravel oder Mountainbike?

Ja, also ich hab auch noch einen Crosser und ein Mountainbike. Und ein Stadtrad oder Dorfrad, je nachdem, wie man es nennen möchte. Wenn wir hier auf eine Alm fahren, nehmen wir das Mountainbike, und wenn wir hier um den See mit Kies und so wollen, nehmen wir den Crosser.

Aber das Rennrad ist deine größte Leidenschaft?

Das ist immer wieder so in Phasen. Wenn’s schlechteres Wetter hat oder so zum Winter hin, dann fahr ich mehr mit dem Crosser, weil ich dann auch einfach weg von der Straße will. Aber momentan schon mehr Rennrad, was natürlich auch an dem neuen Radl liegt. Ich wollt’s auch erstmal richtig testen, bevor ich was auf Instagram poste, aber mir taugt’s richtig. Und ich mag die Jungs von Standert, die sind total nett.

Von ihrem Loft im Bauernhof aus finden Susanne und Patrick immer wieder tolle Routen, egal ob in die Berge, auf Gravel oder auf Asphalt.

Und was macht ihr mit dem armen Lorenz, eurem Boxer, wenn ihr radeln geht?

Der bleibt daheim! (lacht) Nee, wir haben tatsächlich so einen Kinderanhänger. Manchmal, mit dem Crosser, nimmt Patrick ihn dann mit. Aber der Anhänger wiegt ja schon was und der Hund wiegt auch noch mal 35 Kilo, das ist dann so sein Extratraining.

(In dem Augenblick hören wir Lorenz hektisch zur Tür rennen.)

Ah schau, jetzt kommt der Postbote. Aber leider nicht Bernie. Schade, tut mir leid! (lacht)

Ja, schade! Aber so haben wir mit Bernie begonnen und hören auch mit Bernie auf. Vielen Dank für deine Zeit, es hat echt Spaß gemacht.

Du, gerne, ich sag danke!